Frage 7: Was mache ich, wenn mein Umfeld erwartet, dass ich „funktioniere“?
Dieser Erwartung begegnen viele Trauernde und sie ist zermürbend. Wie soll man nach einem Verlust einfach zur „Normalität“ zurückkehren?
Oft steckt hinter Aussagen wie „sei stark“ oder „das Leben geht weiter“ schlicht Unsicherheit, weil viele Menschen nicht wissen, wie sie mit Trauer umgehen sollen. Doch es gilt zu begreifen, dass Trauer keinen Zeitplan hat. Es ist völlig in Ordnung, wenn du im Moment nicht „funktionierst“.
Was kannst du tun, wenn dein Umfeld trotzdem Druck macht? Setze klare Grenzen. Du musst dich nicht rechtfertigen. Kurze Sätze reichen: „Ich bin im Moment nicht in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen.“ Oder: „Danke für deinen Vorschlag – ich melde mich, wenn ich so weit bin.“
Achte auf dich selbst: Dein Wohlbefinden steht an erster Stelle. Erlaube dir, in deinem Tempo durch die Trauer zu gehen und kommuniziere es deinem Umfeld: „Ich brauche gerade Zeit für mich.“ Scheue dich nicht, professionelle Trauerbegleitung in Anspruch zu nehmen. Sich um sich selbst zu kümmern, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Jedes „Nein“ zu äußeren Erwartungen ist ein „Ja“ zu dir.